Weihnachtsfeiern online

Stille Nacht, virtuelle Nacht

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt… in diesem Jahr kommt bei so manchem noch ein weiteres Lichtlein dazu: das von der Kamera über dem Bildschirm nämlich. Unternehmen, die auf Weihnachtsfeiern nicht verzichten wollen, setzen auf virtuelle Begegnungen. 

Durch Covid-19 sind klassische Weihnachtsapéros, Weihnachtsessen und Weihnachtsfeiern in diesem Jahr keine gute Idee. Viele Unternehmen wollen dennoch nicht verzichten, schliesslich ist das gesellige Beisammensein am Jahresende auch immer die Gelegenheit, den Mitarbeitenden Wertschätzung zu zeigen. «Viele Unternehmen möchten trotz der aktuellen Beschränkungen Danke sagen und das ist in diesem Jahr besonders wichtig. Schliesslich waren die Mitarbeitenden in vielen Unternehmen stark gefordert und haben sich oft flexibel gezeigt», sagt Manuel Angelini, Gründer der Agentur für Emotion. 

Ein Päckli vom Chef

Für einen Kunden plant er gerade einen Weihnachtsevent der anderen Art. «Alle Mitarbeitenden bekommen am gleichen Tag ein Päckli mit den Zutaten und der Kochanleitung für ein besonderes Risotto. Die Geschäftsleitung hat dieses in einem Kochstudio selbst gekocht und davon ein Video gedreht. Dieses sollen die Mitarbeiter dann parallel anschauen, nachkochen und sozusagen gemeinsam geniessen», beschreibt Angelini das Projekt. «Auch wenn sich die Menschen dabei nicht physisch begegnen, wird die Idee von der Belegschaft sicher sehr geschätzt.»

In diesem Fall hat sich das Unternehmen bewusst entschieden, die Chefs nicht live kochen zu lassen. Parallel zu kochen und einem Video zu folgen, könne schnell stressig werden, so Angelini. 

Allen, die sich dennoch in Echtzeit begegnen wollen, rät er dazu, die Erwartungen nicht zu hoch zu hängen: «Man muss sich bewusst sein, dass Begegnungen von Mimik und Gestik leben. Über den Bildschirm geht davon viel verloren. Wenn 15 Menschen in einem Raum sind, da entsteht eine Dynamik, die digital schwer zu transportieren ist.» Online-Begegnungen sollten daher eher kurz sein, denn sie strengen deutlich mehr an, als das persönliche Zusammensein. 

Ab in den Wald

Meetings im Teams oder Zoom gehören mittlerweile zum Alltag. Wer sich für seine Weihnachtsfeier etwas anderes wünscht, muss out of the box denken. «Man kann bei einem virtuellen Format nicht einfach das Gleiche wie bei einem klassischen Event bieten. Da werden die Leute enttäuscht sein.» Und alle die das Gefühl haben, ein digitaler Event sei schnell organisiert und sozusagen Last-Minute-tauglich, warnt er: «Man hat schnell das Gefühl ein Päckli mit ein paar Zutaten zu packen und zu versenden und ein Video zu drehen, sei schnell gemacht. Doch am Ende erfordert auch das viel Planung und Denkarbeit.»

Eine gute Idee, so Anglini sei doch immer noch die Besinnung auf das Einfache: «Es geht oft vergessen, dass Treffen im Freien immer noch möglich sind. Warum nicht einfach einen kleinen Spaziergang im Wald unternehmen, ein kleines Feuer machen und Glühwein aus der Thermoskanne trinken. So einfach geht es auch.»

Do´s and Don´ts 

In der Kürze liegt die Würze

Niemand hat Lust noch länger vor dem Bildschirm zu sitzen, als unbedingt nötig. Auch nicht, wenn es dazu eine Tasse Glühwein gibt. Wenn es wirklich nur um einen zwanglosen Apéro ohne grosses Programm geht, reichen eine halbe oder dreiviertel Stunde völlig, um sich kurz zuzuprosten und ein frohes Fest zu wünschen. Auch die allfällige Ansprache vom CEO ist kurz zu halten – aber das ist sie sowieso meist.  

Weniger sind mehr 

20 Köpfe in 20 kleinen Fenstern auf dem Bildschirm sorgen schnell für Überforderung. Erst recht wenn jeder mal was sagen möchte. Wer unbedingt mit so vielen Menschen feiern möchte, braucht ein Rahmenprogramm und muss die Teilnehmer durch die Veranstaltung führen. Ansonsten entsteht Tohuwabohu. Einen Ausweg gibt es allerdings: Private Chaträume, in die man sich abseits der grossen Runde zum Zwiegespräch zurückziehen kann. So wie man bei einem echten Apéro ja auch mal abseits stehen kann. 

Alle machen mit

Eine gute Möglichkeit alle länger bei Laune zu halten, ist Interaktion. Denn wer einen eigenen Beitrag leisten kann, ist gleich viel mehr dabei. Interaktion kann dabei viele Formen annehmen: Die Teilnehmer können zum Beispiel vorab kurze Videos mit kreativen Weihnachtsgrüssen einschicken, von denen dann das beste prämiert wird. Möglich ist auch ein Quiz oder eine lustige Umfrage, deren Ergebnisse dann präsentiert werden. 

Verbindendes Element

Ein Päckchen mit Prosecco oder Bier und ein paar Knabbereien per Post sind nicht nur eine schöne Überraschung. Sie sorgen auch dafür, dass alle eine Erinnerung teilen. Ausserdem können so beim virtuellen Treffen alle das Gleiche knabbern und das auch gleich zum Thema machen. 

Ein paar Ideen

Abenteuer online

Spannung, Spass und Teamerlebnis verspricht Escape at home. In Teams von bis zu 10 Personen lösen die Teilnehmer in einer Stunde knifflige Rätsel und erfüllen verschiedene Aufgaben, um Weihnachten zu retten. Eine gute Möglichkeit, auch an verschiedenen Orten gemeinsame Erinnerungen zu schaffen. Es können bis zu 2000 Personen teilnehmen. escape-at-home.de/weihnachtsfeier

Apéro Überraschung

Personalisierte Apéro-Päckli verschickt die Stiftung Transfair, die Menschen mit psychischen Problemen befähigt, ihren Platz in der Arbeitswelt zu finden. Apéro-Päckli sind eine wunderbare Überraschung für Mitarbeitende und eignen sich perfekt, um einen Online-Apéro zu etwas Besonderem werden zu lassen. trans-fair.ch

Rätseln und Spielen

Den Arbeitskollegen vor dem Bildschirm zuprosten, ist nun einmal etwas gewöhnungsbedürftig. Ein Quiz oder ein Spiel helfen, die Atmosphäre etwas aufzulockern und sorgen schnell dafür, dass gemeinsam gelacht wird. Bingo, Stadt Land Fluss oder ein Quiz around the World. Ideen gibt es hier: virtuelle-teamevents.ch

Radio Star

Wie wärs mit einer eigenen Weihnachts-Radio-Show? Für ein paar Stunden dreht sich alles nur um die eigenen Mitarbeiter und das eigene Unternehmen: Musikwünsche aus allen Abteilungen, News aus der Firma, Live-Talks und Radio-Spiele. Das Ganze wird professionell moderiert und übers Internet übertragen und jeder kann zuhören, wo er möchte. eventflotte.de/event/the-christmas-radio-show/

Für nach dem Fest

Nicht nur in der Weihnachtszeit sind Begegnungen wichtig. Da uns das Thema Homeoffice sicher noch im neuen Jahr begleiten wird, werden wir noch ein Weilchen auf Gespräche am Kaffeeautomaten verzichten müssen. Dabei sind gerade die wichtig für den informellen Austausch. Mystery Coffee organisiert darum virtuelle Kaffeepausen mit zufälligen Personen aus dem eigenen Unternehmen. mysterycoffee.com

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Stefanie Zeng ist Online Redaktorin bei Miss Moneypenny. 

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