Lohnanalyse

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Über Geld wird bekanntlich nicht gesprochen. Miss Moneypenny tut es dennoch. In der aktuellen Lohnanalyse zeigen wir, was in den unterschiedlichen Assistenzfunktionen, Branchen und Regionen verdient wird, und geben Tipps für die Lohnverhandlung.

DA, EA, PA, Teamassistenz oder Office Manager – wer bekommt das höchste Gehalt? Luzern, Bern, Zug oder Genf – wo werden die höchsten Direktionsassistentinnenlöhne gezahlt? Und: IT, Bank oder öffentliche Verwaltung – welche Branche zahlt am meisten?

Den höchsten Medianlohn haben mit CHF 6736 brutto pro Monat PAs, also Personal Assistants. Medianlohn bezeichnet den Durchschnittslohn, bei dem 50 Prozent der beobachteten Gesamtheit mehr und die anderen 50 Prozent weniger verdienen. Um beim Beispiel einer PA zu bleiben: Die zehn Prozent der am besten bezahlten PAs in der Schweiz haben Gehälter von mehr als CHF 8868 brutto pro Monat. Diejenigen zehn Prozent PAs mit dem niedrigsten Lohn verdienen weniger als CHF 5427 brutto pro Monat.

Diese Daten stammen von der Lohn­­analyse-Plattform Lohncheck.ch. Die Plattform funktioniert nach dem Prinzip geben und nehmen. Arbeitnehmende können bei Lohncheck aufgrund von bis zu 15 Faktoren berechnen, wie viel sie verdienen sollten. Im Gegenzug hinterlassen sie ihren eigenen Lohn. «Momentan verfügen wir über rund
1,4 Millionen aktuelle Nutzerdaten, die mithilfe von Algorithmen auf ihre Korrektheit überprüft werden», erklärt Tobias Egli, Gründer und Geschäftsführer von Lohncheck.ch. Mittels KI (künstliche Intelligenz) wird ein Prognosemodell entwickelt, das ermöglicht, alle Kombinationen von möglichen Löhnen zu berechnen. «Unsere Modelle können sehr genau abbilden, was wir mithilfe der gelieferten Lohndaten gemessen haben. Die Genauigkeit der Prognose hängt stark von der Datengrundlage ab.» So kann die KI nur mit Löhnen arbeiten, die auch bei Lohncheck.ch eingegeben wurden. «Ein grosser Vorteil
ist, dass nebst Grossunternehmen auch Klein­unternehmen und Start-ups ihre Daten bei uns hinterlassen.»

Wer verdient wo wie viel?

Konkret bedeutet dies, dass die Löhne von Assistentinnen und Assistenten in der Schweiz über Lohncheck.ch recht präzise prognostiziert werden können. Lohncheck.ch hat Lohndaten nach den gängigsten Funktionsbezeichnungen im Assistenzbereich gefiltert. In der ersten Tabelle wird der
Medianlohn für Vollzeitpensen ausgewiesen. Laut den zugrunde liegenden Daten verdienen Assistenzen mit den Funktionsbezeichnungen Direktionsassistent/in, Executive Assistant und Assistent/in der Geschäftsführung denselben Durchschnittslohn.

Die Lohnanalyse-Plattform ermöglicht es, jeweils bis zu 15 Einflussfaktoren auf
die Lohnhöhe – Geschlecht, Branche, Arbeitsort, Jobfunktion und Berufserfahrung – beliebig miteinander zu kombinieren. In unseren Beispielen sind Funktion (stets ausgehend von Executive Assistant) und Berufserfahrung, Funktion und Branche sowie Funktion und Region einander gegenübergestellt. Bei den ausgewiesenen Löhnen handelt es sich um Medianwerte für Vollzeitpensen.

Argumente für mehr Lohn

Unter rechner.lohncheck.ch kann jede und jeder kostenlos prüfen, ob sie oder er einen marktüblichen Lohn erhält. «Stellt sie oder er fest, dass sie oder er unterdurchschnittlich verdient, kann man dies schon einmal als rationales Argument in einem Lohngespräch nutzen», findet Tobias Egli. Er empfiehlt aber, den Marktlohn nicht als einziges Argument einzubringen, sondern in Kombination mit der eigenen Leistung. «Das ermöglicht eine sachliche Ausgangslage für das Lohngespräch. Denn der Marktlohn bedeutet ja auch, dass man bei einem Wechsel des Arbeitgebers diesen Lohn erwarten könnte.»

Schliesst die Corona-Krise die Aussicht auf eine Lohnerhöhung im 2021 aus? «Die Corona-Krise schliesst eine Lohnverhandlung nicht aus. Zum einen gibt es Firmen, die sehr hohe Gewinne gemacht haben. Zum anderen gibt es aber auch viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eine starke Mehrbelas­tung erfahren haben, die entsprechend vergütet werden müsste», meint der Geschäftsführer von Lohncheck.ch.

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Chefredaktorin Miss Moneypenny

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