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Mit Google Gemini schnell visuelle Inhalte erstellen

Ein Event steht an, die Präsentation ist fast fertig und ein Social-Media-Post soll heute noch online gehen, doch es fehlt das passende Bild. Genau hier kann Google Gemini helfen. Die KI erstellt auf Basis weniger Angaben neue Bilder und spart damit Zeit, wenn eigenes Bildmaterial fehlt oder Stockfotos nicht passen. Entscheidend ist allerdings nicht das Tool allein, sondern wie präzise Sie den Auftrag formulieren. 

Ein LinkedIn-Post ohne Bild, eine Einladung mit einem austauschbaren Stockfoto oder eine Präsentation, die zwar inhaltlich gut ist, aber visuell wenig hermacht: Solche Situationen gehören im Büroalltag vieler Assistenzen dazu.

Genau an dieser Stelle wird die Bildgenerierung mit KI interessant. Mit Google Gemini lassen sich Bilder direkt aus dem Chat heraus erstellen. Der Vorteil: Sie müssen kein Grafikprofi sein, um zu brauchbaren Ergebnissen zu kommen. Der Nachteil: Ein guter Bild-Prompt entsteht nicht in zehn Sekunden. Wer einfach nur «Erstelle mir ein schönes Bild» schreibt, erhält oft zwar etwas Hübsches, aber nicht unbedingt etwas Nützliches.

Gute Bilder beginnen nicht mit dem Prompt, sondern mit dem Zweck 


Bevor Sie Gemini überhaupt mit der Bildgenerierung beauftragen, sollten Sie sich kurz überlegen, welchen Zweck das Bild erfüllen muss. Soll es lediglich Atmosphäre schaffen, Aufmerksamkeit erzeugen, oder muss es als zentrales Element möglichst professionell wirken?

Ebenso wichtig wie der Verwendungszweck ist die Zielgruppe. Ein Bild für Geschäftsleitungsmitglieder muss einer anderen Bildsprache folgen als eines für Lernende, Eventgäste oder eine Community auf LinkedIn oder Instagram. Auch die gewünschte Wirkung sollte Teil des Briefings sein: Soll das Bild hochwertig, freundlich, ruhig, modern, vertrauenswürdig oder dynamisch wirken?

Kurz gesagt: Je klarer Sie Zweck, Zielgruppe und gewünschte Wirkung beschreiben, desto eher liefert die KI das gewünschte Ergebnis.  

Lassen Sie sich von Gemini zuerst die richtigen Fragen stellen 


Ein sehr einfacher und zugleich unterschätzter Trick besteht darin, Gemini zuerst zu bitten, Ihnen zwei oder drei gezielte Rückfragen zu stellen, bevor die KI ein Bild erstellt. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn Sie selbst noch nicht genau wissen, was das Bild leisten soll. Gemini kann dann zum Beispiel nach dem Einsatzort, nach dem Format, nach der Zielgruppe oder nach dem gewünschten Stil fragen. So entsteht Schritt für Schritt ein besseres Briefing.

Referenzbilder als Schlüssel zu besseren Ergebnissen 


Besonders stark wird Gemini dann, wenn Sie nicht nur textlich ­formulieren, was Sie wollen, sondern zusätzlich Referenzbilder hochladen. Das können bereits vorhandene Fotos eines Events, ­Bilder aus früheren Kommunikationsmassnahmen, Stimmungsbilder, Bildwelten aus Broschüren oder Beispiele aus Ihrer bisherigen Unternehmenskommunikation sein. Solche Referenzen helfen der KI, besser zu verstehen. Das ist vor allem dann wertvoll, wenn Sie nicht komplett neu beginnen, sondern bestehendes Material ergänzen möchten. Wer etwa bereits Fotos eines Anlasses hat, aber noch ein zusätzliches Bild für Social Media oder ein Header-Motiv braucht, kann mit Referenzbildern dafür sorgen, dass die neue Visualisierung nicht wie ein Fremdkörper wirkt.

Wichtig ist dabei, Gemini auch zu sagen, was genau an den Referenzbildern übernommen werden soll. Geht es um das Farbschema, die Perspektive, die Art der Personenfotografie oder ganz allgemein um den Stil? Auch hier gilt: Die KI errät weniger, als viele vielleicht denken mögen.

Corporate Design mitdenken 


Wenn Bilder im beruflichen Kontext eingesetzt werden, sollten sie nicht nur gut aussehen, sondern auch zur restlichen Kommunikation passen. Wenn vorhanden, können Sie der KI deshalb zusätzliche Hinweise zum Branding geben: etwa Markenfarben, gewünschte Schriftwirkung, Tonalität oder gestalterische Leitplanken.

Falls auf einem Bild später ein Logo integriert werden soll, kann es sinnvoll sein, dieses ebenfalls zur Verfügung zu stellen oder zumindest genau zu beschreiben, wo es platziert werden soll. Gleichzeitig ist Vorsicht geboten: Text und Logos sind bei KI-generierten Bildern nicht immer perfekt. Gerade bei kleinen Schriften oder exakten Markenanwendungen lohnt es sich, das Resultat nachträglich zu prüfen und gegebenenfalls in einem Design-Tool sauber fertigzustellen.

Die KI kann also viel Vorarbeit leisten. Sie ersetzt aber nicht die Qualitätskontrolle. 

Format, Auflösung und Einsatzort mitangeben 


Ein häufiger Fehler bei der Bildgenerierung ist, dass der spätere Einsatzort nicht explizit genannt wird. Dabei ist genau das entscheidend. Ein Bild für Instagram braucht meist ein anderes Format als ein Titelbild für eine Präsentation oder eine Story-Grafik.

Sagen Sie Gemini deshalb möglichst konkret, ob Sie ein Hochformat, Querformat oder Quadrat brauchen. Noch besser ist es, wenn Sie den Verwendungszweck direkt nennen: etwa 4:5 für einen Instagram-Post, Hochformat für eine Story, Querformat für eine PowerPoint-Folie oder ein breites Header-Bild für eine Landingpage. Ebenfalls sollte die Frage nach der Auflösung mitgedacht werden. 

Und noch etwas: Überlegen Sie sich früh, in welchem Dateiformat Sie das Ergebnis später benötigen. Für viele Anwendungsfälle reichen klassische Bildformate wie PNG oder JPEG. Wenn Sie allerdings Transparenzen, exakte Vektoren oder weiterführende grafische Bearbeitung brauchen, sollten Sie prüfen, ob das gewünschte Endformat mit dem gewählten Workflow überhaupt sinnvoll erreichbar ist.

Drei typische Anwendungsfälle aus dem Assistenzalltag 


Im Alltag von Assistenzen gibt es viele Situationen, in denen KI-Bilder nützlich sein können.  Ein klassisches Beispiel ist die Eventkommunikation. Für einen Workshop, eine interne Veranstaltung oder einen Kundenanlass fehlt oft ein attraktives Visual. Ein KI-generiertes Header-Bild kann helfen, eine Einladung professioneller wirken zu lassen. 

Ein zweites Beispiel ist Social Media. Gerade auf LinkedIn funktionieren Beiträge mit einem passenden Bild meist besser als reine Text-Posts. Wenn kein eigenes Material vorhanden ist, kann Gemini ein Bild liefern, das die gewünschte Stimmung transportiert und zum Thema des Beitrags passt. 

Ein drittes Beispiel sind Präsentationen und Unterlagen. Nicht jede Folie braucht ein Foto, aber dort, wo ein visuelles Element sinnvoll ist, kann ein KI-Bild eine Botschaft schneller erfassbar machen, etwa bei Zukunftsthemen, Stimmungsbildern oder der Einleitung eines Themas. 

Wo die Grenzen liegen 


So hilfreich Bildgenerierung mit Gemini auch ist: Sie sollten die Ergebnisse nie ungeprüft übernehmen. Achten Sie insbesondere auf Details, auf Hände, Gesichter, Textbestandteile und auf die generelle Glaubwürdigkeit eines Bildes. Nicht alles, was beeindruckend aussieht, ist automatisch professionell genug für den geschäftlichen Einsatz.

Zudem gilt wie bei jeder KI-Nutzung: Laden Sie keine sensiblen Daten unüberlegt hoch und prüfen Sie die internen Regeln Ihres Unternehmens.

Der eigentliche Mehrwert: Schneller von der Idee zum brauchbaren Bild 


Google Gemini ist nicht deshalb spannend, weil es Bilder generieren kann. Spannend ist das Tool, weil es eine Lücke im Arbeitsalltag schliesst: Wenn Bildmaterial fehlt, können Sie trotzdem zügig etwas Passendes entwickeln. Nicht perfekt auf Knopfdruck, aber oft gut genug, um schneller ans Ziel zu kommen.  

Entscheidend ist dabei weniger die KI selbst als die Qualität Ihres Briefings. Wer klar beschreibt, wofür und in welchem Format das Bild gebraucht wird, wer es sehen soll, wie es wirken muss, und welche Referenzen bereits vorhanden sind, erhält deutlich bessere Resultate.  

Die Bildgenerierung mit Gemini ersetzt also nicht Ihr Urteilsvermögen. Aber sie kann Ihnen viel Vorarbeit abnehmen und genau das macht sie für den Büroalltag so interessant.
 

Drei einfache Prompt-Vorlagen

  1. Prompt für die Klärung des Auftrags: «Ich brauche ein Bild für [Einsatzzweck]. Bevor du ein Bild erstellst, stelle mir die drei wichtigsten Fragen, damit du den Auftrag besser verstehst. Frage insbesondere nach Zielgruppe, gewünschter Wirkung und Format.»  
  2. Prompt für ein Bild ohne Referenz: «Erstelle ein professionelles Bild für [Einsatzzweck, z. B. LinkedIn-Post / Webinar-Header / Präsentation]. Zielgruppe: [Zielgruppe]. Das Bild soll [Wirkung, z. B. modern, vertrauenswürdig, freundlich] wirken. Inhaltlich soll es [Thema/Botschaft] transportieren. Erstelle folgende Formate: [z. B. 4:5 / Querformat / Story-Format] und gestalte alles visuell so, dass es zu [Branche/Firma] passt.»  
  3. Prompt mit Referenzbild: «Ich habe Referenzbilder hochgeladen. Nutze sie als Orientierung für [z. B. Stil, Farbschema, Bildausschnitt, Lichtstimmung]. Erstelle auf dieser Basis ein neues Bild für [Einsatzzweck]. Zielgruppe: [Zielgruppe]. Das Bild soll [Wirkung] vermitteln und im Format [Format] erstellt werden. Falls etwas unklar ist, stelle mir zuerst Rückfragen.»
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Cristina Roduner ist Online-Marketing-Strategin, KI-Expertin und schult Menschen und Unternehmen unter anderem bei der Nutzung und auch Einführung von KI-Tools. 
rodunercom.ch

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