premium Aus dem Leben von Assistenz-Newbies

Szenenwechsel

Sie kam ursprünglich aus dem Erziehungsbereich, er aus der Hotellerie. Heute sind beide in der Assistenz tätig. Wie sie den Sprung in ihren neuen ­Arbeits­bereich bewältigten und was sie anderen Newbies raten, erzählen ­Melanie Häusli, Teamassistentin bei xcg executive consulting group ag, und Patrick Schwampe, Executive Assistant bei Microsoft.

18 Jahren war Patrick Schwampe passioniert in der Hotellerie tätig, bevor ihn unternehmensinterne Entwicklungen 2022 veranlassten, sich nach einer neuen Stelle umzusehen. «Durch meine ehemalige Housekeeping-Managerin erhielt ich den Kontakt zu meinem heutigen Arbeitgeber, bewarb mich und wurde genommen.» Seither ist Schwampe als Executive Assistant bei Microsoft tätig. Inzwischen hat er sich gut eingelebt. Unter anderem deshalb, weil die Stelle hielt, was sie versprach. «Selbstverständlich gibt es immer Situationen, die in keiner Jobbeschreibung enthalten sind und an die man sich anpassen muss, um im Sinne des Managements und des Betriebs zu handeln.» Aber das sei er sich gewohnt. «Auch in der Hotellerie stand die Dienstleistungsbereitschaft über allem.»

Melanie Häusli ist schon etwas länger bei der xcg executive consulting group ag als Teamassistentin tätig, aber wie Schwampe quer in den Beruf eingestiegen – aus dem Erziehungsbereich. Wie das kam? «Die Frau einer ehemaligen Nanny-Familie kontaktierte mich, nachdem ihre Assistentin in ihrem Unternehmen kurzfristig gekündigt hatte. Ich wagte den Sprung in eine neue Tätigkeit.» Dieser gelang unter anderem, weil «Service is my success» schon immer Häuslis Motto war. «Ich war mir nie zu schade, die Extrameile zu gehen.» Das bedeutet für sie, längere Arbeitszeiten in Kauf zu nehmen, Fahrdienste zu tätigen oder Einkäufe oder Gänge zur Post auf dem Arbeitsweg zu erledigen.

Neues im Berufsalltag

Was Melanie Häusli dennoch lernen musste: «Meine ganzen MS Office-Skills wieder in den Vordergrund zu rufen, da ich sie seit meiner Schulzeit nicht mehr gebraucht hatte.» Patrick Schwampe konnte indes vieles aus dem Projektmanagement der Hotellerie in die Assistenz übertragen – von der Meeting-Organisation über das Kalender- und Travel-Management bis hin zur Administration. Zudem lernte ich durch den täglichen Gästekontakt und die auftretenden Herausforderungen im Hotelleben, in jeder Situation einen klaren Kopf zu bewahren.» Somit sei der Grundstein für eine Tätigkeit im Assistenzbereich gesetzt gewesen. Trotzdem musste sich Schwampe noch einige Kenntnisse aneignen. Etwa, wie die Prozessabläufe bei Microsoft funktionieren. Organisatorisch sei es zudem ein Unterschied, ob man den eigenen Kalender betreue oder bis zu vier «fremde» führen müsse, «jeweils mit unterschiedlichen Prioritäten und Gepflogenheiten». 

Der Einstieg bei Microsoft wurde dadurch erleichtert, dass sich Patrick Schwampe intern weiterbilden konnte. «Ich nahm Office-Weiterbildungen in Anspruch, genauso wie verschiedene Kurse zur Kommunikation via MS Teams.» Auch Häusli bildete sich weiter, um in der Assistenz anzukommen. So absolvierte sie ihr Wirtschaftsdiplom und erwog eine Weiterbildung zur GL-Assistentin sowie die Auffrischung sämtlicher Fremdsprachen. Geholfen habe ihr beim Einstieg auch, dass sie von allen Team-Mitgliedern unterstützt wurde. «Das schätzte ich sehr.» Inzwischen ist es Häusli, die ihr Wissen an neue Mitarbeitende weitergibt. Auch Patrick Schwampe erhielt Unterstützung, insbesondere vom direkten Vorgesetzten, «aber auch von den anderen Executive Assistants, die mit Rat und Tat zur Seite standen». Gerade technische Hilfsmittel wie Teams erleichterten die Kommunikation, «sodass wir produktiver und qualitativ wertvoller arbeiten konnten, obwohl ich gerade erst zum Team oder Arbeitgeber gestossen bin». 

Sie sind gekommen, um zu bleiben. Da bleibt die Frage: Würden sie ihren Beruf nochmals wechseln? «Nein, zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich keinen Grund, über einen Wechsel nachzudenken», sagt Schwampe. Häusli sieht es ähnlich: «Im Moment nicht, but you never know …»

Tipps von Newbie zu Newbie

 

Patrick Schwampe

«Managerbedürfnisse sowie die Dos and Don’ts kennen. Auto-Fokus-Zeiten absprechen und konfigurieren. To-do-Listen nutzen.»

Melanie Häusli

«Neugierig sein, hinterfragen, authentisch bleiben und dienstleistungs- sowie prozessorientiert denken und handeln. Diese Fähigkeiten sind eine gute Basis für die Assistenz.»

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Christine Bachmann ist die Chefredaktorin von Miss Moneypenny.

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