Fürstlich tagen

Noch mehr Schloss

In der letzten Ausgabe von Miss Moneypenny haben wir Schlösser für fürstliche Seminare und Tagungen vorgestellt. Die Auswahl war gross, schon innerhalb der Schweiz. Mit den Burgen im nahen Ausland könnte man gleich noch einmal eine Doppelseite füllen. Das geht leider nicht. Eines wollen wir Ihnen trotzdem nicht vorenthalten: Das Schloss Marbach am Bodensee.

Erhaben ist in diesem Fall kein bisschen übertrieben. Das Schloss Marbach thront auf einem kleinen Hügel am Untersee, nahe der Schweizer Grenze zwischen Stein am Rhein und Radolfszell. Es ist von nichts ausser grünen Wiesen, Wasser und einem 17 Hektar grossen Park umgeben. Eine Idylle mit über 700jähriger Geschichte.

In dieser ging es allerdings nicht immer harmonisch zu und her. 1291 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, war die Burg Marbach im 14. Jahrhundert laut Chronik ein «übles Räubernest.» Da wurde einmal der Konstanzer Stadtamman gefangen gehalten, später zog der Adel ein, dann stürmten Aufständische die Festung. Es gab Brände und Familienfehden, viele Besitzerwechsel und Verwendungszwecke. Während des ersten Weltkrieges wurde das Haus beispielsweise als Lazarett für Kriegsverletzte gebraucht, nach dem Zweiten Weltkrieg annektierten es die Franzosen und machten aus Marbach ein Erholungsheim für ihre Soldaten. Erst 1978 hat der französische Staat Schloss Marbach an die deutsche Bundesvermögensverwaltung zurückgegeben. 1988 dann kaufte der Unternehmer Klaus Jacobs aus Zürich das schöne Anwesen und machte es nach einer aufwendigen Restauration zum Kommunikationszentrum der Jacobs Suchard AG. Seit 1990 gehört Schloss Marbach der Jacobs Foundation und wird seit 2004 von der Barry Callebaut AG, der weltweit grössten Herstellerin von Schokolade und Kakao, gepachtet.

Inspiration für Hermann Hesse

Klaus Jacobs hat die wunderschöne Anlage beflügelt, er hat auf dem Schloss zwei Weltkonzerne entwickelt: die Fusion von Adia & Ecco zu Adecco sowie den Zusammenschluss von Cacao Barry mit Callebaut, beide Unternehmen sind heute unbestrittene Marktführer. Auch Künstler haben sich von der wunderschönen Landschaft inspirieren lassen. Hermann Hesse und der Maler Otto Dix zum Beispiel hatten sich unweit von Schloss Marbach niedergelassen.

Heute ist der Betrieb ganz auf Tagungen und Seminare spezialisiert. Die Atmosphäre des besonderen Ortes, die Ausstrahlung der historischen Gebäude und die Weite und Grosszügigkeit der Anlage helfen, auf frische Gedanken zu kommen und neue Ideen zu entwickeln. Für Sitzungen, Tagungen und Meetings stehen elf Räume zur Verfügung. Die meisten davon sind in der 2005 renovierten Villa Bella Vista und ihrem Forumsanbau untergebracht, es gibt aber auch im Schlossgebäude geeignete Räume und das malerische Bootshaus kann ebenfalls gemietet werden. Zur Anlage gehören zudem ein eigener 4-Loch-Golfplatz, Tennisplätze und ein Hallenbad. Damit das Verhältnis zwischen Entspannung und Konzentration ausgeglichen bleibt, hilft das Marbach-Team gerne bei der Planung und liefert Vorschläge für ein Rahmenprogramm im Park oder der Umgebung. So gut betreut kann eigentlich bei der Umsetzung des Slogans von Schloss Marbach «SINNvoll Grosses Bewegen...» auch bei den Gästen nichts mehr schief gehen. 

Räume: 11 (für 2 bis zu 120 Personen)

Hotelzimmer: 61

Plus: Die ausschliessliche Ausrichtung auf Tagungen und Events, der eigene Golfplatz und die Lage.

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