Gehaltsstudie für die Assistenz

Zehn Tipps für mehr Lohn

Gemäss der neuesten Lohnstudie von Page Personnel für den Bereich Office- und Management-Support hat das Pendel definitiv zum Vorteil von Assistenten/-innen ausgeschlagen. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen für Assistenten/-innen stieg im ersten Quartal 2018 um 9,2 Prozent. Viele Stellensuchende erhalten mehrere Angebote, oft mit der Möglichkeit, ihre Fähigkeiten weiter auszubauen.

Persönliche Assistenten/-innen sowie Direktions-, Team- und HR-Assistenten/-innen mit mindestens acht Jahren Erfahrung können mit einem Jahresgehalt von über 95000 Franken rechnen.
Zehn zentrale Ergebnisse dieser Studie werden Ihnen helfen, die beste Stelle und den höchstmöglichen Lohn zu erhalten.

  1. Öl- und Gas-, Tabak-, Banken- und Pharmaindustrie bezahlen die höchsten Löhne. Die Entschädigungspakete in diesen Branchen sind um bis zu 20 Prozent grösser als in den Sektoren Einzelhandel, Fertigung sowie Bau und Immobilien.
  2. Der Arbeitsort zählt: Stellen in Zürich, Zug und Genf sind rund 10 Prozent besser bezahlt als solche in anderen Regionen. Im Zweifelsfall geben Unternehmen denjenigen Kandidaten den Vorzug, die in der Nähe wohnen. Ebenso ziehen die Kandidaten selbst einen kurzen Arbeitsweg vor.
  3. Loyalität wird belohnt. Arbeitgeber legen bei Kandidaten viel Wert auf ausgewiesene Loyalität gegenüber ihrem Vorgesetzten, gefolgt von Loyalität gegenüber dem Unternehmen.
  4. Starke lokale Netzwerke sind sehr begehrt. Assistenten/-innen unterstützen in vielen Fällen ausländische Führungskräfte. Die Verfügbarkeit lokaler Netzwerke, die diese beim Einstieg in ihr neues Leben in der Schweiz unterstützen, ist daher ein wichtiger Faktor. Solche Netzwerke sind beispielsweise lokale Behörden, internationale Schulen und Handelskammern.
  5. Das Alter ist kein Thema. Manche Kandidaten glauben, mit 45 seien sie zu alt, um für eine neue Funktion infrage zu kommen. Angesichts des Stresses und des hohen Drucks, die Top-Assistenten/-innen oft aushalten müssen, ist dies jedoch einer der wenigen Berufe, in denen ein Alter über 45 als wesentlicher Vorteil betrachtet wird.
  6. Sprachkenntnisse werden hoch geschätzt: Kandidaten, die europäische Sprachen (z. B. EN, FR, DE) beherrschen, sind sehr gesucht.
  7. Es besteht ein Mangel an Kandidaten mit Erfahrung in der Arbeit mit Finanz- und IT-Führungskräften. Viele Direktionsassistenten/-innen verfügen über einen Hintergrund im Sprach-, HR- oder Marketing-Bereich und arbeiten dementsprechend ungern viel mit Zahlen. Aus diesem Grund sind Assistenten/-innen mit erstklassiger Finanz- und IT-Erfahrung eine Seltenheit. Besonders gefragt sind die Beherrschung von Excel – insbesondere von Pivot-Tabellen für grundlegende Finanzanalysen – sowie Kenntnisse in MS Project und Sharepoint.
  8. Interimsprojekte und temporäre Einsätze bieten die besten Möglichkeiten, seine Fähigkeiten und Erfahrungen zu erweitern. Für Kandidaten, die in eine neue Branche wechseln, ihre Fähigkeiten erweitern oder mehr über die «Chemie» in einem bestimmten Team erfahren möchten, bieten temporäre Einsätze eine äusserst wertvolle Gelegenheit. Eine weitere gute Nachricht: Rund 75 Prozent der befristeten Einsätze werden verlängert oder führen zu einer Festanstellung.
  9. Projektmanagement-Fähigkeiten sind gefragt, sollten jedoch mit Bedacht eingebracht werden. Projekterfahrung ist sowohl bei Assistenten/-innen als auch bei Arbeitgebern zunehmend gefragt. So wird ein Assistent der Personalleitung mit einem Bachelorabschluss oder einem MBA typischerweise ein Projekt suchen, bei dem es um die Einführung oder Modernisierung eines HR-Informationssystems wie Workday geht. Entsprechend den Erwartungen der Arbeitgeber empfehlen wir Assistenten/-innen mit Interesse an derartigen Funktionen, sich zunächst auf die klassischen Aufgaben eines/einer Direktionsassistenten/-in zu konzentrieren und erst zu einem späteren Zeitpunkt um eine Gelegenheit zu bitten, weitere Aufgaben übernehmen zu dürfen.
  10. Das Wichtigste ist die Chemie. Ob man den/die richtige/n Assistenten/-in bzw. den richtigen Arbeitgeber gefunden hat, hängt zuallererst von der Chemie zwischen der Assistentin, dem Assistenten und der Vorgesetzten ab. Diese Dimension wird zunehmend wichtiger und komplexer, da Assistenten/-innen immer häufiger mit der Unterstützung mehrerer Stakeholder betraut werden und nicht nur einer einzigen Führungskraft zuarbeiten. Unsere Studie hat ergeben, dass Kandidaten den Arbeitgebern vermehrt selbstbewusst mitteilen, wonach sie suchen – sei es ein angenehmes Arbeitsumfeld, flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu erweitern. Dadurch wird es leichter, den richtigen Kandidaten bzw. die passende Stelle zu finden.


Gute Aussichten

Ein erstklassiger Assistent ist entscheidend für die Steigerung der Produktivität von Führungskräften. Auf sehr hoher Hierarchiestufe kann der Return on Investment einer/-es qualifizierten Assistenten/-in beträchtlich sein. Man denke nur an eine Führungskraft mit einer Gesamtvergütung von CHF 1 Million pro Jahr, die mit einer Assistentin oder einem Assistenten arbeitet, der/die CHF 80 000 verdient. Damit die Organisation die Gewinnschwelle erreicht, muss der Assistent die Führungskraft um 8 Prozent produktiver machen, als er oder sie allein arbeiten würde – zum Beispiel muss ein Assistent der Führungskraft in einer 60-Stunden-Woche etwa fünf Stunden einsparen. Tatsächlich verschaffen versierte Assistenten/-innen ihren Chefs noch viel grössere Zeiteinsparungen. Aus diesem Grund – ebenso wie dank der sich verbessernden Wirtschaftslage – erwarten wir, dass die Nachfrage nach Assistenten/-innen in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen wird.


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Caroline Bourgouin ist Director Page Personnel, Zürich.

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