Was ist überhaupt…

Happiness Advantage

Glücklichsein kann man trainieren. Wer glücklich ist, bekommt die besseren Jobs, verdient mehr Geld und zieht die attraktiveren Partner an. Die Glücksforschung hat in den letzten zehn Jahren fundamentale Erkenntnisse über das Wesen vom Glücklichsein gemacht.

Um was geht’s?

Wer hart arbeitet, findet einen besseren Job, verdient mehr Geld, kann sich deshalb eine schöne Wohnung, Auto und Ferien leisten und wird als Konsequenz daraus glücklich. Diese «Logik» wird uns seit Generationen eingetrichtert und stellt sich nun als komplett falsch heraus. Nach neuster Erkenntnis ist richtig: Wer glücklich ist, ist kreativer, bekommt die besseren Jobs, kann sich besser konzentrieren, verdient mehr Geld, findet die attraktiveren Partner, ist resilienter und hat mehr Energie. Diese Tatsache kann man heute biologisch begründen, aber dazu später mehr. Bei der herkömmlichen Vorstellung von Glück baumelt das Glück wie das bekannte Rüebli vor dem Esel. Man kann es nie wirklich erreichen. Jeder kennt die Erfahrung, wie kurz das Glücksgefühlt anhält, wenn ein lang ersehnter Wunsch endlich in Erfüllung geht. Nach kurzer Zeit stellt sich die alte Gemütslage wieder ein und ein neuer Wunsch verspricht das ersehnte Glück – und das sprichwörtliche Rüebli hängt wieder vor der Nase. 

Bis vor wenigen Jahren hat sogar die Wissenschaft die Vorstellung gestützt, dass vor allem die äusseren Umstände und die Gene für das Glücklichsein verantwortlich sind. Heute weiss man, dass selbst wenn sämtliche äusseren Faktoren eines Menschen bekannt sind, man nur mit einer zehnprozentigen Wahrscheinlichkeit eine Prognose über dessen Langzeit-Happiness machen kann. 90 Prozent beruhen auf der Fähigkeit des Hirns, äussere Faktoren positiv zu interpretieren, und diese Fähigkeit – was ebenfalls eine neue Erkenntnis ist – ist lernbar. 

Glücklichsein ist natürlich eine gute Sache, aber richtig interessant ist das deswegen, weil Dopamin nicht nur glücklich macht, sondern das ganze Hirn in einen Zustand höchster Lern- und Leistungsfähigkeit versetzt. Das hat zur Folge, dass man sich besser konzentrieren, besser kommunizieren und sozial verhalten kann. Mit einem glücklichen Hirn bringt man eine positive Spirale in Bewegung, die das eigene Leben auf eine dauerhafte Erfolgswelle bringt. 

Wer hat‘s erfunden?

Das Wissen ist uralt. Yogis aus Indien oder Zen-Meister aus China praktizieren schon seit Tausenden von Jahren Techniken, um die Körperchemie in einem Zustand höchsten Glücks zu halten. Sie wussten – damals durch Erfahrung – dass sowohl Körper als auch Geist im Zustand des Glücks am besten funktionieren und Krankheiten fernbleiben. 2011 hat Harvard Professor Shawn Achor mit seinem TED Talk «The Happiness Advantage» für grosses Aufsehen gesorgt und das alte Paradigma, Glück sei von äusseren Umständen und den Genen abhängig, definitiv über Bord gekippt. Bis heute wurde dieser Talk über 17 Millionen Mal angeschaut und gehört damit zu den meistgesehenen TED Talks überhaupt. Prof. Achor hat durch seine umfangreiche Forschung bewiesen, dass man das Hirn mit einfachen Übungen in nur kurzer Zeit auf Glück umschalten kann und dass das geradezu immense Konsequenzen auf persönliche Lebensläufe wie auch auf Erfolgsbilanzen in Unternehmen hat, die solche Techniken bei der Belegschaft eingeführt haben.

Wo kommt es zum Einsatz?

Einerseits entschliesst man sich ganz persönlich, solche Techniken zu praktizieren, um das eigene Leben glücklicher und erfolgreicher zu gestalten. Andererseits – wenn es Erfolgsbilanzen beeinflusst – werden Unternehmen natürlich hellhörig und so ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen Konzerne wie Adobe, Google, SAP, BMW oder ABB in das Glücklichsein ihrer Mitarbeitenden richtig viel Geld investieren. Der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF hat sogar ein eigenes Mitarbeiterzentrum errichtet, wo täglich etwa 600 Angestellte meditieren – allen voran Führungskräfte. 

Wie funktioniert’s?

Was ist der Glückszustand überhaupt? Erinnern Sie sich, wie oft sie als Kind gelacht haben und von tiefstem Herzen glücklich waren? Wie oft ist das heute der Fall? Was ist passiert? Ist Glücklichsein vielleicht gar angeboren? Ist es unser natürlicher Zustand, den wir mit den Jahren immer mehr verlernen? Der berühmte amerikanische Psychologe Dr. Wayne Dyer ist genau davon überzeugt und evolutionsbiologisch macht es ebenfalls Sinn. Der Schweizer Hirnforscher und Hirnchirurge Prof. Dr. Daniel Jeanmonod sagt dazu: «Das Bestreben der Natur ist gesundes Wachstum und das ist biologisch nur möglich, wenn Stress und Angst abwesend sind.» 

Das Glückshormon Dopamin wird konstant im mesolimbischen System produziert. Demzufolge sollten wir also konstant glücklich sein. Weshalb sind wir das aber nicht? Die Antwort ist Adrenalin (Angst) und Cortisol (Stress). Die beiden Hormone werden im Stammhirn produziert und sind enorm potent. Sie haben die wichtige Aufgabe, uns in lebensbedrohlichen Situationen mit fast übermenschlichen Kräften zu versorgen. Kinder haben viel weniger Angst und Stress und sind entsprechend öfter im Glückszustand. Wie wir wissen, lernen Kinder in einem atemberaubenden Tempo und deren Regenerationsfähigkeit ist x-Mal höher als bei Erwachsenen. Wenn man also frei von Angst und Stress ist, ist man glücklich – ganz von alleine. 

«Wenn man frei von Angst und Stress ist, ist man glücklich – ganz von alleine.»

Der erwachsene Mensch aktiviert Adrenalin und Cortisol, auch wenn keine akute physische Lebensgefahr droht. Er tut das – und das ist der fatale Fehler –, um sein Ego zu schützen. Zum Beispiel: Sie werden von einem Mitarbeitenden verbal angegriffen. Obwohl er Ihnen kein echtes Messer an den Hals setzt, fühlen Sie sich bedroht und schütten dadurch Adrenalin und Cortisol in Ihr System. Das ist deshalb gravierend, weil wir unter Einfluss dieser beiden Hormone unsere Kommunikationsfähigkeit einbüssen und damit die falschen Antworten geben, die Organe belasten und dadurch krank werden, unsere kognitiven Fähigkeiten reduzieren und die falschen Entscheidungen treffen.

Angst und Stress sind fundamental wichtige Emotionen, um das nackte Überleben in einer akuten, lebensbedrohlichen Situation zu sichern, aber definitiv die falschen, um ein Problem in der Firma, in der Familie oder mit der Gesundheit zu lösen. Dafür ist das Glückshormon Dopamin hingegen ein regelrechtes Zauberelixier.

Zusammenfassend kann man also sagen:

  1. Glücklichsein ist angeboren, weil wir uns in diesem Zustand (biologisch) am besten entwickeln.
  2. Wenn man frei von Angst und Stress ist, ist man glücklich – ganz von alleine. 
  3. 
Sobald wir unseren Körper mit Adrenalin und Cortisol belasten, dominieren diese Hormone unser Verhalten und zwar immer (!) zu unserem Nachteil – ausser wenn man in einer akuten, lebensbedrohlichen Situation ist.
  4. 
Mit wenigen Minuten Training pro Tag kann man dem Hirn dieses Fehlverhalten abtrainieren. 

Wie trainiert man also sein Hirn auf Glück?  

  1. 
Durch tägliche Achtsamkeitsmeditation entsteht eine gesunde Distanz zwischen sich und seinen Gedanken, was eine wichtige Voraussetzung für das Hirntraining ist. 
  2. Schreiben Sie jeden Tag drei neue Dinge auf, für die Sie dankbar sind. 
  3. Schreiben Sie jeden Abend eine positive Erfahrung auf, die Sie an diesem Tag gemacht haben. 
  4. Machen Sie täglich ein ehrlich gemeintes Kompliment. 
  5. Gehen Sie regelmässig in die Natur und üben Sie sich darin, wieder aktiv über das Wunder des Lebens zu staunen. 

Tun Sie das während 21 Tagen, dann kann man die Veränderung in Ihrem Hirn bereits nachweisen. 

Was bringt’s?

Mehr Glück, mehr Erfolg und eine bessere Gesundheit. 

Macht’s auch Probleme?

Wenn Sie ab heute täglich drei Stunden meditieren, 100 Dinge aufschreiben, worüber Sie dankbar sind, an 20 Mitarbeiter Ihren Dank per Mail schreiben, dauernd Komplimente verteilen und mehr Zeit in der Natur als im Büro verbringen und glauben, damit schneller befördert zu werden, haben Sie sich geirrt. Man wird Sie als komischer Kauz anschauen und nicht mehr ernst nehmen. Den Job werden Sie in Kürze loshaben und Ihre Freunde werden Ihnen sagen, dass Sie mit den Komplimenten mehr nerven als alles andere. Wenn Sie die Sache aber ruhig und stetig angehen, werden Sie bereits nach ein paar Wochen eine spürbare Änderung in Ihrem Leben feststellen und wenn Sie dann weitermachen, kommen Sie sukzessive auf eine anhaltende Erfolgswelle – garantiert!

Happiness Advantage Workshop 

10. Juli 18:00-21:00 mit Markus Humbel 

Lernen Sie die Grundtechniken für den Happiness Advantage in einem Halbtages-Workshop von einem Profi. Markus Humbel unterrichtet seit über 20 Jahren Achtsamkeitsmeditation und hat sich auf den «Happiness Advantage» spezialisiert. 

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